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Brexit

Business Insight -

Im Jahr 2016 wurde im Rahmen des Brexit-Referendums der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU beschlossen. Seitdem haben etliche Verhandlungsrunden zwischen Vertretern des Vereinigten Königreichs und der EU-27 stattgefunden. Bis dato konnten sich beide Seiten lediglich auf den Entwurf eines Austrittsabkommens sowie eine politische Erklärung über die künftigen Beziehungen einigen. Trotz zahlreichen Nachverhandlungsversuchen votierten die Abgeordneten des Londoner Unterhauses zuletzt am 12. März 2019 erneut gegen das Abkommen. Somit würde das Vereinigte Königreich am 29. März 2019 ohne ein Abkommen aus der EU austreten und auf den Status eines Drittlandes zurückfallen.

Zum aktuellen Zeitpunkt bittet die britische Premierministerin Theresa May die EU daher um eine Verlängerung der Frist nach Artikel 50 des EU-Vertrages bis zum 30. Juni 2019. Einer Verschiebung müssten allerdings alle 27 EU-Staaten zustimmen. Eine Abstimmung seitens der EU zu diesem Antrag wird voraussichtlich erst kurz vor dem 29. März 2019 stattfinden, so dass Unternehmen auf beiden Seiten des Ärmelkanals weiterhin mit einem No-Deal-Szenario kalkulieren müssen. Ein derartiges Szenario hätte gravierende Folgen für die britische Wirtschaft und massive Auswirkungen auf die Lieferketten von Unternehmen, die Geschäftsbeziehungen zum Vereinigten Königreich unterhalten.

No-Deal-Brexit – Wesentliche Herausforderungen für Unternehmen

  • Bewältigung erheblicher Mehrkosten z. B. aufgrund der Einführung von WTO-Regelzollsätzen oder der Notwendigkeit zur Einrichtung zusätzlicher Ressourcen für die operative Abwicklung von Ein- und Ausfuhranmeldungen von Waren
  • Sinkende Profitabilität des bestehenden Geschäftsmodells oder einzelner Produkte/ Unternehmensteile im UK und Notwendigkeit zur Durchführung erforderlicher Fortführungsprognosen sowie Restrukturierungsaktivitäten
  • Sicherstellung der Just-in-time-Produktion unter Berücksichtigung erheblicher Liefer-/ Transportverzögerungen für Lkws an EU/UK-Grenze
  • Notwendigkeit zur Implementierung von Geschäftsprozessen und IT-Systemen zur Abschlusserstellung einer deutschen Tochtergesellschaft eines Mutterkonzerns mit Sitz im Vereinigten Königreich aufgrund des Wegfall der Erleichterungs- und Befreiungsvorschriften (§§ 264 Abs. 3, 264b HGB)
  • Notwendigkeit zur Anpassung des Risikomanagementsystems (RMS) bzw. Internen Kontrollsystems (IKS) aufgrund geänderter regulatorischer Anforderungen oder zusätzlicher Anforderungen an die Risiko- und Chancenberichterstattung (Notwendigkeit einer brexit-bezogenen Risiko- und Chancenberichterstattung für alle Abschlüsse nach dem 31. Dezember 2018)
  • Erfordernis zur Separierung von IT-Systemen, rechnungslegungsrelevanten Daten und operativen Geschäftsprozessen im Falle der Ausgliederung eines defizitären Betriebsteils mit Sitz im Vereinigten Königreich
  • Liquiditätsengpässe aufgrund Notwendigkeit zur vorzeitigen Rückzahlung von Krediten an britische Finanzinstitute bzw. Wegfall von Finanzierungsquellen im UK
  • Überprüfung laufender M&A-Prozesse hinsichtlich der Veränderung wesentlicher Prämissen (z. B. Erlösprognosen)
  • Kostenanstieg aufgrund des Wegfalls des EU-/Umsatzsteuererstattungssystems bzw. Erhebung der Einfuhrumsatzsteuer auf Warenimporte
  • Kurzfristiger Ersatz von UK-Lieferanten aufgrund des Wegfalls der präferenziellen Ursprungsregelung
  • Wegfall des Marktzugangs für EU-Produkte im Vereinigten Königreich aufgrund des Gültigkeitsverlustes von EU-Zertifizierungen
  • Mehrkosten für die Anpassung, Zertifizierung und Registrierung von Produkten im UK oder den Erwerb von Markenrechten im UK
  • Notwendigkeit zur Implementierung zusätzlicher IT-Systeme für die Abwicklung der Zollformalitäten (Ein- und Ausfuhranmeldungen)
  • Verlust der Anerkennung bzw. Notwendigkeit eines Rechtsformwechsels (z. B. im UK nach britischem Recht gegründete Limited mit Verwaltungssitz in Deutschland, Europäische SE im UK)

Brexit Assessment – Unterstützung durch die FAS AG:

  • Brexit Quick-Check: Initiale und ganzheitliche Analyse Ihrer individuellen Betroffenheit und ein erstes Verständnis hinsichtlich drohender Risiken und potentieller wirtschaftlicher Chancen
  • Unterstützung bei der Konzeption und Umsetzung interner Maßnahmen zur Mitigation von Risiken und das Nutzen wirtschaftlicher Chancen
  • Als Ihr Experte für das Finanz- und Rechnungswesen unterstützen wir Sie bei allen Themen rund um:
    • Design, Implementierung und Anpassung von Risikomanagementsystemen, Internen Kontrollsystemen sowie betroffenen IT-Systemen
    • Konzeption und Implementierung notwendiger Prozesse und IT-Systeme zur Abschlusserstellung und Erfüllung von Reportinganforderungen
    • Durchführung von Fortführungsprognosen sowie Planung und Umsetzung von Restrukturierungsaktivitäten
    • Identifizierung und Bewertung von potentiellen Übernahmezielen im Vereinigten Königreich (inkl. Due Diligence)
    • Optimierung des Währungsrisikomanagements und Identifizierung alternativer Finanzierungsmöglichkeiten
    • Post-Brexit-Support: Gern geben wir Ihnen auch Sicherheit bezüglich der Vollständigkeit und Angemessenheit Ihrer bereits durchgeführten Aktivitäten, indem wir diese mittels unseres Quick-Checks auf den Prüfstand stellen und Ihnen weitere Optimierungspotentiale aufzeigen