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Das erste Mal nach 16 Jahren

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Lang, lang ist es her. Im April 2000 wurde die FAS AG gegründet und seitdem steht unser Gehaltsmodell fest wie ein Fels in der Brandung der Incentivierungswellen und -modellen: Grundgehalt * 2,2 – ab diesem Umsatz, bezogen auf den einzelnen Mitarbeiter, gibt es dann einen Bonus von bis zu 50 % des Grundgehalts. Macht der Mitarbeiter viel Umsatz, geht es der Firma gut und er hat die Möglichkeit deutlich über dem Branchenschnitt zu verdienen. Dies alles ist auf ein individuelles Ziel bezogen: Den Umsatz. Einfach, transparent und nachvollziehbar – ganz im Gegensatz also zu den hochkomplexen und schwer zu durchschauenden Modellen der Marktbegleiter. Aber wo Licht ist, ist auch Schatten – man ahnt es bei den Worten „individuell“ und „Umsatz“. Was bei einer kleinen, überschaubaren Truppe durch Zusammenhalt und Gruppendynamik noch funktionierte, nämlich auch das gemeinsame Ziel der Weiterentwicklung des Unternehmens, wird mit zunehmender Unternehmensgröße schwieriger umsetzbar, vor allem dann, wenn das Bonusmodell diesem eigentlich entgegensteht. Hinzu kam dann auch noch Kritik an dem hohen variablen Anteil.

Nun also das erste Mal nach 16 Jahren eine Anpassung. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass vor drei Jahren bereits eine Nuance angepasst wurde und die Möglichkeit eingeräumt wurde, den finanziellen Bonus in zusätzlichen Urlaub umzuwandeln – Work-Life-Balance lässt grüßen. Was ist nun die Anpassung bzw. die Anpassungen?

Zum einen wird ein Teil der rein umsatzbezogenen Incentivierung durch einen Ratingbonus (10 % des Umsatzes bei Consultants und Senior Consultants sowie bei Managern 30 %) ausgetauscht. Dieser ist – daher der Name – abhängig von der jährlichen Beurteilung und berücksichtigt verschiedenste Faktoren wie beispielsweise den Beitrag zur Unternehmensentwicklung oder die Aus- und Weiterbildung von (jüngeren) Kollegen. Damit soll dem Defizit der reinen individuellen Umsatzfokussierung Abhilfe geschaffen werden. Zum anderen besteht die Möglichkeit, auf eine 10 %-Scheibe der Bonusstaffel zu verzichten und stattdessen sein Grundgehalt um 5 % zu erhöhen. Tausche ein geringeres Zielgehalt gegen mehr Sicherheit.

Dieses Modell werden wir heute – neben anderen Themen – im Rahmen unseres Quarterly Meetings in der Liederhalle vorstellen. Nein, nicht die ganz Liederhalle, dafür brauchen wir vermutlich dann doch noch ein paar Jahre. Gleichwohl das Umsatzwachstum über die letzten drei Jahre mit mehr als 80 % und allein dieses Jahr mit mehr als 20 % doch – auf gut schwäbisch – nicht ganz so schlecht war.

Auf das Feedback sind wir natürlich sehr gespannt. Realistisch betrachtet wird es vermutlich dann doch wieder den ein oder anderen geben, der das Haar in der Incentivierungssuppe findet, getreu dem Motto „Es allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann“ (nutzloses Wissen für das Wochenende: Das Sprichwort stammt aus einer Erzählung von Friedrich Hebbels von dem Vater auf dem Esel, neben dem sein Sohn läuft.). Damit ist dann wohl vieles gesagt.

In diesem Sinne, glauben Sie an die kontinuierliche Verbesserung und lassen Sie sich nicht an der Kritik einzelner verzagen oder um mich mit Albert Einstein ins Wochenende zu verabschieden: „Es gibt viel Wege zum Glück. Einer davon ist aufzuhören zu jammern.“.

Bis bald

Ihr

Ingo Weber