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Der Entwurf zum BFA 7 – Angleichung der Wertberichtigungen zwischen HGB und IFRS

Financial Services -

Der Bankenfachausschuss des IDW hat Ende 2018 den Entwurf einer Stellungnahme zur Rechnungslegung zum Thema Pauschalwertberichtigungen im handelsrechtlichen Jahresabschluss veröffentlicht (BFA 7). Gegenstand ist die Risikovorsorge vorhersehbarer, aber noch nicht individuell konkretisierter Adressenausfallrisiken. Bisher ist das Thema in einer Stellungnahme des BFA aus dem Jahr 1990 geregelt. In der Bilanzierungspraxis kommen aktuell verschiedene Methoden zur Anwendung. Insbesondere bei kleineren und mittleren Instituten wird in Anlehnung an ein BMF Schreiben aus dem Jahr 1994 auf einen Fünfjahresdurchschnitt zurückgegriffen.

Die neue Stellungnahme ist prinzipienorientiert und gewährt grundsätzlich weiterhin Methodenfreit. Vor dem Hintergrund des Vorsichtsprinzips sind noch nicht eingetretene, aber nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung voraussehbare, Verluste im handelsrechtlichen Jahresabschluss zu berücksichtigen. Diese werden als „Vermögensverlust aus einer nicht vertragsgemäßen Erfüllung von Kapital- oder Zinsverpflichtungen durch den Schuldner bzw. Vertragspartner in der ursprünglich vereinbarten Höhe oder zu den ursprünglich vereinbarten Zahlungszeitpunkten – unter Berücksichtigung von Erlösen aus der Verwertung von erhaltenen Kreditsicherheiten“ konkretisiert. Dabei sind grundsätzliche historische Informationen heranzuziehen, welche jedoch um aktuelle Informationen und Erwartungen für die Zukunft anzureichern sind. Dies entspricht einem erwarteten Verlust über die Gesamtlaufzeit der betrachteten Instrumente (Lifetime Expected Credit Loss).

Der BFA gewährt den Anwendern in seinem Entwurf zwei mögliche, alternative Ansätze: Das Anrechnungsmodell und die Verwendung von IFRS 9-Methodiken.

Im Anrechnungsmodell wird der erwartete Verlust um den Barwert der im Zins enthaltenen Bonitätsprämien gekürzt, da diese annahmegemäß bereits zur Verlustabsorption beitragen. Die Anrechnung wird aufgrund des Vorsichtsprinzips jedoch auf einen Mindestbetrag in Höhe des einjährigen erwarteten Verlustes (12M Expected Credit Loss) begrenzt.

Alternativ dürfen Institute die Methodik gemäß IFRS 9 auch im handelsrechtlichen Abschluss anwenden und somit einen weitestgehend Gleichlauf der Risikovorsorge in den beiden Rechnungslegungswelten erzielen. D. h. für Kredite ohne signifikante Erhöhung des Kreditausfallrisikos ist der Ansatz des einjährigen erwarteten Verlusts gestattet. Eine signifikante Erhöhung des Kreditrisikos und der damit verbundene Ansatz des Lifetime Expected Credit Loss wäre ebenfalls nach HGB anzusetzen. Damit ist bei der Berechnung der Risikovorsorge eine weitgehende Harmonisierung zwischen HBG und IFRS möglich. Allerding bestehen weiterhin Unterschiede in der Grundgesamtheit, da in der IFRS 9-Bilanz einige Finanzinstrumente erfolgswirksam zum Fair Value anzusetzen sind und für diese daher keine Anwendung des Wertminderungsmodells erfolgt.

Geplanter verpflichtender Erstanwendungszeitpunkt sind Geschäftsjahre, die nach dem 31.12.2019 beginnen. Bereits der aktuelle Entwurf ist vorzeitig – d. h. auch schon für den Jahresabschluss zum 31.12.2018 – anwendbar. Kommentierungen sind seitens des IDW bis zum 14.6.2019 erbeten.

Sollten Sie nähere Informationen wünschen oder weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Ansprechpartner
 Andreas Huthmann Managing Partner