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Die Krypton-Python

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Sie werden es eventuell schon bemerkt haben, ich halte mich mit politischen Stellungnahmen in meinem Blog sehr zurück. Aber manchmal kann man eben nicht anders, so wie heute…

„Die Merkel kann doch nichts!“ – so meine, zugegebenermaßen, recht pauschale Aussage zu der Regierungsarbeit in den letzten Jahren und insbesondere in der aktuellen Situation. Gleichwohl spiegelt sie mein Empfinden wider, nämlich, dass die Merkel-Jahre für Deutschland in der Retrospektive verlorene Jahre gewesen sind (das Wording impliziert im Übrigen, dass ich ein Ende herbeisehne!). Jahre des Stillstands, wenn nicht sogar noch schlimmer, des Rückschritts. Keinerlei Reformen, nicht einmal Reförmchen, die die Zukunftsfähigkeit Deutschlands gesichert hätten. Stattdessen ein Zögern und Zaudern, ein Vorausschicken von (potenziellen) Bauernopfern, die bei Gelingen nicht mehr gewürdigt und beim Scheitern politisch geköpft werden sowie eine Sammlung von Rückschritten (Stichwort: Renten- und Sozialanpassungen). Das ganze gepimpt durch niedrige Zinsen, verursacht durch eine Finanzkrise, die von den bestehenden Regierungsparteien zumindest teilweise historisch eher gefördert wie verhindert wurde.

Gut, man könnte die Aussage eingangs natürlich auch als die übliche kritische Grundhaltung des Unternehmensberaters zu so vielen (wenn nicht allen!) Dingen des Lebens und der festen Überzeugung, dass man es auf jedem Fall besser könnte, abtun. Der in diesem Fall provokante Vergleich mit orientalischen Haremswächtern, die zwar auch wissen wie es geht, aber an der Umsetzung scheitern, darf an dieser Stelle natürlich nicht fehlen. „Dann mach es doch selbst!“, war dann auch letztens eine Entgegnung auf die Merkel-Kritik. Jetzt wirds schwierig, denn der Einwand ist ja durchaus gerechtfertigt, ist er doch auch meine Standardentgegnung für Leute, die mit Problemen, aber ohne Lösungen zu mir kommen. Keine Zeit, die Lieblingsentschuldigung für keine Lust, oder andere Prioritäten sollte dann aber auch in diesem Fall herhalten. Und sind wir doch ehrlich, tatsächlich ist es schwierig, sich neben einem Vollzeit-Job auch noch politisch zu engagieren, ohne den Hauptberuf zu vernachlässigen. Frei nach dem Motto: „Je besser das Handicap beim Golf, desto schlechter die Firma…“. Und was ist die Folge (heute ist mein Sprüchetag): „Der Bundestag ist mal voller und mal leerer, aber immer voller Lehrer.“. Leider (?), offensichtlich gelingt es nur – Achtung: Beraterformulierung – Leuten mit beruflichen Freiräumen, sich ausreichend politisch einzubringen. Dem Rest fehlt es tatsächlich an den zeitlich Reserven, insbesondere wenn neben dem (nicht nine-to-five) Job noch eine Familie und womöglich ein Hobby existieren sollen.

Damit einher geht aber leider auch eine immer weitergehende politische Entfremdung, von bisher politisch gebildeten oder zumindest interessierten Schichten, bis hin zur politischen Aufgabe, will heißen Wahlenthaltung. Dass der normale Mensch auf der Straße sich schon länger nicht mehr mit der Politik aufhält, ist wohl leider auch eine Tatsache. Was bleibt, ist, dass das Feld der Politik immer mehr von Demagogen und Populisten, sei es von rechts oder links (oder aus der Bio-Ecke) besetzt wird. Ein Teufelskreis, der, soweit er nicht durchbrochen wird, sich schnell in die falsche Richtung entwickelt kann.

Was dies jetzt alles mit der Krypton-Python zu tun hat? Nun, diese sieht mich seit ein paar Wochen von allen möglichen Ecken und Wänden in Stuttgart an. Ausgebrochen aus der Wilhelma? Nein, die Wahlwerbung der CDU zur Landtagswahl in Baden-Württemberg für? Ja für wen oder was? Und genau hier muss ich jetzt Googeln und das ist das Erschreckende, hielt ich mich doch bisher für politisch zumindest leidlich gebildet. Also, Frau Dr. Donate Kluxen-Pyta heißt die Dame und ist die Landtagskandidatin der CDU für den Wahlkreis I Stuttgart-Innenstadt. Vorher gehört? Nein, leider Fehlanzeige. Weiß ich etwas über die Dame? Nein, leider Fehlanzeige. Für was steht die Dame? Nein, leider Fehlanzeige. Warum sollte ich Sie wählen? Nein, leider Fehlanzeige.

In diesem Sinne, bleiben Sie politisch informiert und wenn möglich engagiert, nur so kann sich in Deutschland wirklich etwas bewegen!

Bis bald

Ihr

Ingo Weber

P.S.: Liebe Frau Dr. Kluxen-Pyta, bitte entschuldigen Sie die Verballhornung Ihres Namens, aber ein bisschen Spaß muss sein ;)