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Fehlstart!

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Haben Sie auch schön Silvester gefeiert? Ruhig im Kreise ihrer Lieben oder ausgelassen in einer großen Runde mit Freunden? Haben Sie gute Vorsätze für das neue Jahr gefasst? Mehr Sport, weniger Essen, mit dem Rauchen aufhören, mehr Zeit für die Familie? Ich drücke Ihnen auf jeden Fall die Daumen!

Die meisten Gespräche oder E-Mails (und Briefe?) beginnen dann dieses Jahr mit Neujahrswünschen, „Gutes neues Jahr“ oder ähnlichem.

Ja, das kann man natürlich durchaus wünschen. Betrachtet man allerdings den Beginn dieses Jahres 2016, so kann von „froh“ keine Rede sein, ganz im Gegenteil:

Die Flüchtlingssituation in Deutschland scheint langsam, aber sicher zu eskalieren. Betrachtet man die „Vorkommnisse“ am Kölner Hauptbahnhof und in anderen deutschen Städten an Silvester, die zunehmenden Anschläge auf die Flüchtlingsunterkünfte sowie die Bildung von (vermutlich rechtsradikalen) Schutzgruppen und Bürgerwehren, so wird einem Angst und Bange um die Zukunft Deutschlands. Von Merkels „Wir schaffen das!“ kann zumindest keine Rede mehr sein. Wohl entnommen von Obamas „Yes, we can!“ (im Original von Bob, der Baumeister, eine Fernsehserie für Kinder…!) ist es wohl der naive Versuch, ein Publikum zu überzeugen, von dem ausgegangen wird, dass es ohnehin zu dumm ist, es zu verstehen. Man stelle sich dies in einem Unternehmen vor. Eine schwierige Situation entsteht und das Einzige, was die Führungskraft sagt ist: „Wir schaffen das!“. Vergessen Sie alle Change Management- und Motivationsbücher, nur dieser Satz reicht (Vorsicht: Sarkasmusalarm) aus.

Im makroökonomischen Bereich wird es auch merklich turbulenter. Die Börsen in China sind zum Jahresanfang über 15% eingebrochen und auch die anderen Weltbörsen haben um ca. 10% nachgegeben. Nach der alten Börsenweisheit, wonach die ersten Wochen des Jahres für das Gesamtjahr repräsentativ sind, schwant nichts Gutes. Generell scheint die Wachstumsschwäche in China deutlich ausgeprägter zu sein, als sich die meisten eingestehen wollen. Es erinnert ein bisschen an die Finanzkrise. Alles nicht so schlimm mit China, weniger Wachstum, aber noch immer ausreichend, wir sind gut aufgestellt etc. etc. Der Ausgang ist bekannt. Auch die Rohölpreise sinken dramatisch, das Barrel erstmals seit über 10 Jahren unter $ 30. Damit geraten die ganzen ölproduzierenden Länder, insbesondere aber die arabischen Länder und Russland, unter zunehmenden wirtschaftlichen Druck. Erstmals ist in Saudi-Arabien Sparen angesagt. Und die Situation könnte sich noch weiter verschärfen, kommt erst der Iran wieder voll an den Weltmarkt zurück. Was aber passiert, wenn die Araber anfangen, ihre ganzen Beteiligungen an (börsennotierten) Unternehmen zu versilbern? Dann dürften die Kurse noch weiter zurückgehen. Springen dann wieder die Zentralbanken ein? Haben diese überhaupt noch die Mittel dazu? Vielleicht ist dies aber noch das geringste Problem. Wie stellt es sich erst dar, wenn von innenpolitischen (finanziellen) Problemen, durch eine „starke“ Außenpolitik abgelenkt werden soll? Stichwort Saudi-Arabien und Jemen oder Iran?

Nur der Vollständigkeit halber, sei auch der Terroranschlag am Dienstag in Istanbul erwähnt, bei dem zehn Deutsche, sei es absichtlich oder nicht, ums Leben gekommen sind. Persönlich erschreckend fand ich fehlende Reaktionen in den sozialen Netzwerken, in welchen kaum einer seine Trauer zum Ausdruck brachte (dafür aber am Vortrag zum Tod eines Musikers…).

In diesem Kontext ist es fast banal zu erwähnen, dass am Mittwoch für die IFRS-Bilanzierer „der große Tag“ war. Nach Jahre langen Diskussionen, Entwürfen, Stellungnahmen und Untersuchungen wurde der neue IFRS Leasingstandard IFRS 16 veröffentlicht. Dieser löst ab 2019 den bisherigen Standard zur Leasingbilanzierung nach IFRS, den IAS 17 ab (hätte man nicht noch ein bisschen warten können, IFRS 17 wäre doch viel schicker gewesen?). IFRS 16 ist erstmalig ab dem 1. Januar 2019 anzuwenden, wobei der ein oder andere ihn vermutlich auch früher, parallel mit IFRS 15 Revenue Recognition, anwenden wird, um permanente Restatements der Vorjahresangaben zu vermeiden. IFRS 16 führt dazu, dass zukünftig Leasingnehmer nahezu alle ihre Leasingverhältnisse in der Bilanz aufführen müssen. Dies hat einen entsprechenden Anstieg der Verschuldung zur Folge und hat generell signifikante Auswirkungen auf die Finanzkennzahlen von Unternehmen. Wenn Sie sich über IFRS 16 informieren wollen oder die Softwarelösung FAS LeaseBOX zur Abbildung der neuen Leasingbilanzierung nach IFRS 16 kennenlernen wollen, empfehlen wir unser Webinar zu IFRS 16 oder schicken Sie uns einfach eine kurze Nachricht.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und uns, dass 2016 besser wird als es angefangen hat und es am Ende des Jahres wirklich ein frohes Jahr 2016 war.

Bis bald

Ihr

Ingo Weber