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Maßnahmenpaket der Bundesregierung

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Die Bundesregierung hat im Zuge der Corona-Epidemie ein umfangreiches Maßnahmenpaket beschlossen, um die Auswirkungen auf die Realwirtschaft zu begrenzen.

Ein Teil dieser Maßnahmen ist die Sicherung der Liquidität von Unternehmen durch eine vereinfachte und beschleunigte Vergabe von KfW- und ERP-Krediten.

Die Vergabe der Hilfsmittel orientiert sich an der Größe und Bestandsdauer Ihres Unternehmens. Kleine Unternehmen (bis zu 50 Beschäftige und Jahresbilanzsumme bis zu 10 Millionen Euro), die vor weniger als 5 Jahren gegründet wurden, können einen ERP-Gründerkredit Startgeldüber Ihre Hausbank beantragen.

Der Höchstbetrag dieser Kredite beläuft sich auf 30.000 Euro für Betriebsmittel (Gesamtfremdkapitalbedarf maximal 100.000 Euro). Die Laufzeit beträgt maximal 10 Jahre, wovon die ersten beiden Jahre tilgungsfrei sind. Ihre Hausbank erhält von der KfW eine Haftungsfreistellung von 80% auf den Finanzierungsbetrag.

Daneben steht der ERP-Gründerkredit - Universell nun Unternehmen jeder Größenordnung zur Verfügung (bisher nur größeren mittelständischen Unternehmen) die weniger als 5 Jahre, jedoch mindestens 3 Jahre, bestehen. Dieser ermöglicht die Aufnahme von Finanzierungsmitteln bis zu einem Höchstbetrag von 1 Milliarde Euro je Unternehmensgruppe. Begrenzt sind diese Kredite jedoch auf maximal 25% des Jahresumsatzes des beantragenden Unternehmens oder den aktuellen Liquiditätsbedarf der kommenden 18 Monate (12 Monate für große Unternehmen) oder das doppelte der Lohnkosten für das Geschäftsjahr 2019. Bei Krediten über 25 Millionen Euro ist der Förderbetrag zusätzlich auf 50% der Gesamtverschuldung begrenzt.

Für kleinere und mittlere Unternehmen (bis zu 50 Millionen Euro Jahresumsatz und weniger als 250 Mitarbeiter) erfolgt eine Risikoübernahme (Haftungsfreistellung)  in Höhe von 90%. Allen größeren Unternehmen wird eine Haftungsfreistellung von 80% angeboten. Darüber hinaus wurden die Zinssätze für Förderungen im Rahmen der Corona Krise angepasst. So erhalten kleine und mittlere Unternehmen Zinssätze von 1 - 1,46% (große Unternehmen 2 - 2,12%).

Die Kredite werden mit Laufzeiten bis zu 5 Jahren (inklusive einem tilgungsfreien Jahr) und als endfällige Variante mit einer Laufzeit von 2 Jahren vergeben.

Auch Unternehmen, die noch keine 3 Jahre bestehen können einen ERP Gründerkredit - Universell beantragen. In diesen Fällen hat die Hausbank jedoch das Risiko in voller Höhe zu tragen.

Bestandsunternehmen, also solche, die bereits länger als 5 Jahre bestehen können einen KfW-Unternehmerkredit beantragen. Diese Unterstützung wurde erheblich ausgeweitet, sodass Unternehmen jeder Größe die bedingt durch die Corona Krise in Schieflage geraten sind Liquiditätshilfen beantragen können. Die Konditionen hierfür gelten analog zum KfW-Gründerkredit

Ergänzend hat die KfW die Liquiditätshilfen um das KfW Sonderprogramm „Direktbeteiligung für Konsortialfinanzierung“ erweitert. Im Rahmen diese Programmes werden Risikoübernahmen von bis zu 80% angeboten (maximal jedoch 50% der Risiken der Gesamtverschuldung). Dies gilt für Konsortialfinanzierungen für Investitionen und Betriebsmittel mit bis zu 6 Jahren Laufzeit. Die Beteiligung der KfW erfolgt pari passu zu Marktkonditionen, wobei der übernommene Risikoanteil mindestens 25 Mio. Euro beträgt. Begrenzungen gelten hier analog des KfW-Gründerkredits für große Unternehmen.

Die KfW unterstützt die Hausbanken zudem aktiv bei der Risikoprüfung im Zuge der Beantragung von Liquiditätshilfen. Bei Finanzierungsvorhaben bis zu 3 Millionen Euro erfolgt die Prüfung durch die KfW. Für Anträge bis zu 10 Millionen Euro erfolgt eine vereinfachte Risikoprüfung.

Ist das Unternehmen bereits 3 Jahre am Markt aktiv, so besteht eine 80-prozentige Risikoübernahme durch die KfW.

Für Kleinstunternehmen und Soloselbständige bietet der Bund Soforthilfen an. Die finanzielle Unterstützung beträgt hierbei bis zu 15 Tausend Euro (Einmalzahlung). So sollen finanzielle Engpässe durch bspw. Mieten abgefedert werden.

Voraussetzung für alle der genannten finanziellen Unterstützungen ist, dass Ihr Unternehmen diese nur beantragen kann, sofern bis zum 31.12.2019 noch keine finanziellen Schwierigkeiten vorlagen und Sie allein aufgrund der Corona Krise in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind.

Neben den KfW-und ERP-Finanzierungsangeboten bieten auch Landesförderinstitute finanzielle Hilfsmittel an. Details hierzu finden Sie unter: https://www.foerderdatenbank.de/FDB/DE/Home/home.html

Bei Bedarf kann Ihre Hausbank auch auf das Instrumentarium von Bürgschaftsbanken zurückgreifen. Voraussetzung hierfür ist ebenfalls, dass sich Ihr Unternehmen nicht in Schwierigkeiten befindet oder eine mögliche Sanierung bevorsteht. Ab einem Betrag von 20 Millionen Euro beteiligt sich der Bund in strukturschwachen Regionen am Bürgschaftsobligo in Höhe von 50%. Außerhalb dieser Regionen steigt die Beteiligung auf bis zu 80% ab einem Bürgschaftsbedarf von 50 Millionen Euro.

Der Bund hat darüber hinaus einen „Wirtschaftsstabilisierungsfond“ mit einem Volumen von bis zu 600 Milliarden Euro beschlossen. „Die Unterstützungsmöglichkeiten des Fonds gelten auch für systemrelevante kleinere Unternehmen und Unternehmen im Bereich kritischer Infrastruktur“. Dabei wird - wie im Rahmen der Finanzkrise - auf den Sonderfonds Markstabilisierung (SoFFin) zurückgegriffen.

Der Fond besteht hierbei aus:

  • 400 Milliarden Euro Staatsgarantien für Verbindlichkeiten
  • 100 Milliarden Euro für direkte staatliche Beteiligungen
  • 100 Milliarden Euro für Refinanzierung durch die KfW

Auf europäischer Ebene hat die Europäische Kommission eine „Corona Response Investment Initiative“ in Höhe von 37 Milliarden Euro auf den Weg gebracht, welche unter anderem die Gesundheitssystem für kleine und mittelständische Unternehmen schützen soll. Bürgschaftsprogramme wurden zudem gemeinsam mit der Europäischen Investitionsbank aufgestockt (Volumen für Kredite in Höhe von 28 Milliarden Euro).

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Ansprechpartner
 Dr. Rainer Doll Partner