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Nein!

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Nein, no, non, ne, niet oder wer es ganz exklusiv mag: ma hoke phu (damit hört mein Burmesisch leider auch schon auf).

Ein kleines Wort mit großer Bedeutung. Nein. Ein Wort in dem das Negative schon mitschwingt, eine Ablehnung, ein Ausdruck der mangelnden Akzeptanz und der Zurückweisung. Oder haben Sie sich schon jemals über das Wort „Nein“ gefreut? Wohl eher nicht.

Dabei sollte man jedoch zwei Aspekte nicht unberücksichtigt lassen:

Zum einen wird das Wort „Nein“ eigentlich viel zu selten benutzt. Wie oft denkt man sich im privaten oder beruflichen Bereich, „Nein“ ich will das nicht, ich finde das nicht gut, das macht so keinen Sinn. Und dann? Der Mund geht auf und sagt: „Ich werde darüber nachdenken.“, „Halte ich für einen sehr interessanten Ansatz, den wir weiter diskutieren sollten.“, „Lassen Sie uns dazu im Dialog bleiben.“, „Vielleicht.“, „Ich werde es mir gerne ansehen.“ etc. etc. Die Liste der Phrasen, die eigentlich „Nein“ bedeuten ließe sich vermutlich unendlich fortsetzen (Wer findet die beste Phrase für „Nein“? Ich freue mich auf Ihre Kommentare!). Wie wäre es, wenn wir in Zukunft alle ehrlich „Nein“ sagen würden, wenn wir „Nein“ meinen? Ja, es ist schwerer im ersten Schritt, das Gegenüber ist enttäuscht und gekränkt. Aber ist es nicht das offenere und damit bessere Feedback? Wohl schon. Wenn Sie allerdings Pech haben und einem ausgebufften Vertriebler gegenüberstehen, dann fängt selbst bei einem ehrlichen „Nein“ das Gespräch erst an, wird doch permanent in Vertriebsschulungen gelehrt: „Der Verkauf beginnt, wenn der Kunde „Nein“ sagt.“. Auflegen am Telefon hilft in solchen Fällen, auch wenn es nicht die feine englische Art ist. Bei physischer Anwesenheit ist das Flüchten dann schwieriger – ein dringender Anruf oder ein wichtiger Folgetermin können jedoch helfen.

Der andere Aspekt ist die negative Wirkung des Wortes „Nein“. Gilt hier nicht auch das Prinzip, dass nur die besten Freunde ehrliches Feedback geben? Und hat sich nicht manchmal im Leben ein „Nein“ im Nachhinein als etwas Gutes herausgestellt? Getreu dem Motto „Wenn eine Tür zu geht, geht eine andere auf“ oder noch philosophischer: „Wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich eine andere; aber wir sehen meist so lange mit Bedauern auf die geschlossene Tür, dass wir die, die sich für uns geöffnet hat, nicht sehen.“ (Alexander Graham Bell, ironischer Weise der Erfinder des Telefons – vielleicht wollte er deswegen die Sprache über die Distanz übertragen und die Kommunikation fördern?). Denken Sie mal darüber nach, wie oft Sie im Leben in bestimmten Situationen frustriert und enttäuscht waren und nach einiger Zeit zurückblicken und vielleicht sogar dankbar für diesen Moment sind? Es gibt sicherlich zahllose größere und kleinere Beispiele.

In diesem Sinne, sagen Sie ruhig ehrlich „Nein“, wenn Sie es denken und seien Sie auch nicht frustriert, wenn Sie selbst mal ein „Nein“ hören, sondern versuchen Sie auch das Positive darin zu sehen.

Bis bald

Ihr

Ingo Weber