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Post Merger Integration im Finanzbereich

Financial Services -

Auch wenn die in diesen Frühjahr viel diskutieren Fusionsgespräche zwischen Deutscher Bank und Commerzbank abgebrochen wurden und das Thema Bankenkonsolidierung in Deutschland und Europa seit Jahren angekündigt wird aber gefühlt nie richtig losgebrochen ist, bleibt das Thema aktuell. Ein genauerer Blick auf die Bankenlandschaft heute und vor zehn Jahren zeigt deutlich, dass bereits eine Konsolidierung eingesetzt hat – nur eben nicht als Tsunami, sondern vielmehr in Form einer stetigen Entwicklung. Hier stechen sicherlich einzelne Transaktionen, wie die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank oder die Fusion von DZ Bank und WGZ Bank hervor. Aber auch unabhängig von solchen Leuchttürmen hat es eine nicht unwesentliche Konsolidierung auf kleinerer Ebene gegeben.

Auch wenn eine Übernahme oder Fusion in der Regel erstmal von geschäftsstrategischen Überlegungen geprägt ist und die Integration der operativen Einheiten einen nicht zu unterschätzenden Kraftakt darstellt, ist auch der Finanzbereich schon früh und umfassend von dem Thema betroffen. Dies beginnt in der Regel damit, dass der Finanzbereich des zu übernehmenden Instituts das Zahlenwerk für die Due Diligence aufbereiten muss und hier oft auch weitere Ausarbeitungen von Planszenarien erforderlich sind. Umgekehrt muss das übernehmende Institut (und hier kann man die Ansicht des IASB teilen, dass es unabhängig von der rechtlichen Gestaltung immer einen wirtschaftlich Übernehmenden gibt) die Kaufpreisallokation erstellen. Im Anschluss gestaltet sich jede Übernahme sehr individuell – je nachdem, welche Integrationsstrategie verfolgt wird, wie sich dies auf die Organisation, die Systeme, die Prozesse und die Fachthemen auswirkt, ist jeder Fall sehr spezifisch. 

Klassische Fragestellungen, die den Finanzbereich in diesem Zusammenhang betreffen sind:

  • Räumliche und organisatorische Aufteilung des Finanzbereichs – werden gemischte Teams gebildet oder Aufgaben zwischen den bestehenden Teams aufgeteilt?
  • Welche Systeme sollen wie lange parallel genutzt werden und wie sieht das Zielbild und die Migrationsplanung aus? 
  • Wie wird der Asset Step-Up aus der PPA in den Systemen abgebildet und welche Folgen hat dies im Rahmen der Folgebilanzierung?
  • Welche Übergangsprozesse werden benötigt, um die Berichts- und Steuerungsfähigkeit bis zum Abschluss der technischen und organisatorischen Integration sicher zu stellen?

Auf der fachlichen Seite können sich weitere Fragestellungen ergeben, die zum Teil nur einen mittelbaren Bezug zum eigentlichen Erwerb haben. So stellt sich im Nachgang einer Fusion häufig die Frage, ob eine Restrukturierung durchgeführt werden muss und welche Kosten sich hier als Restrukturierungsrückstellung im Sinne des IAS 37 passivieren lassen. Für die interne Berichtserstattung wäre dann noch festzulegen, welcher Teil der Restrukturierungskosten ggf. als Kosten des Zusammenschlusses auszuweisen ist. Die Frage, ob und wie solche Kosten des Zusammenschlusses in der externen Berichterstattung ausgewiesen werden können stellt sich vor allem vor dem Hintergrund, dass nach IFRS der Ausweis eines außerordentlichen Ergebnisses bzw. einer Position mit ähnlicher Bedeutung nicht zulässig ist.

In vielen Fällen ergibt sich im Zusammenhang mit einem Erwerb nicht nur die Frage von Cut-Off Stichtagen oder eventuellen Carve-Out Bilanzen (wenn nur ein Unternehmensteil erworben wird), sondern auch die Notwendigkeit, dass das übernommene Institut auf IFRS umgestellt werden muss. Die Erleichterungen des IFRS 1 können hierbei regelmäßig nicht in Anspruch genommen werden. Zu guter Letzt ist es nicht selten, dass Teile des übernommenen Instituts gar nicht dauerhaft im Konzern verbleiben sollen und somit sich direkt mögliche Fälle für den IFRS 5 ergeben.

Das Team der FAS AG hat in den letzten Jahren Kreditinstitute und Finanzdienstleister bei allen Phasen der Post Merger Integration begleitet und ist sowohl in der Lage funktionierende Interimsprozesse zu entwickeln und zu betreiben als auch die fachlichen Fragestellungen im Finanzbereich verlässlich zu lösen.

Sollten Sie nähere Informationen wünschen oder weitere Fragen haben, stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.