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Raue Zeiten

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Ostern, das Fest der Auferstehung steht vor der Tür – ein sehr wichtiges christliches Fest in diesen bewegten Zeiten…

…denn die Zeiten sind merklich rauer geworden, so zumindest meine subjektive Wahrnehmung, die mir allerdings der ein oder andere auch schon bestätigte. Diskussionen mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeitern und Wettbewerbern nehmen zu, Leute sind generell leicht gereizt und schnell genervt. Aber woran liegt es denn? Eigentlich ist doch alles eitel Sonnenschein?

Aus meiner Sicht ist es zum einen der nun schon seit 2010 (und damit über sechs Jahre) anhaltende Aufschwung mit dynamischen Wachstumsraten in den verschiedensten Märkten. Dieser führt bei den einen zu Ermüdungserscheinungen, der Marathonläufer auf der Zielgeraden lässt hingegen grüßen. Genau diese Zielgerade führt jedoch auch zur (berechtigten!) Sorge. Die Frage ist, wie lange wird das noch gutgehen, wann ist die Zielflagge erreicht und insbesondere, was passiert danach? Schnell noch zum Endspurt ansetzen, möglichst viele Aufträge mitnehmen?

Zum anderen spüren natürlich viele auch die zunehmende Unsicherheit sowohl in der Kultur als auch der Ökonomie.

Bei den kulturellen Unwägbarkeiten bewegt sicherlich die Flüchtlingskrise. Können wir es wirklich schaffen und was passiert, wenn wir es nicht schaffen? Nach dem die Tür in Griechenland/der Türkei (gegen einen Milliardenzahlung) jetzt vermeintlich geschlossen wurde, was passiert in Libyen/Italien? Und dann? Marokko/Spanien? Dies in Kombination mit den Terroranschlägen in Paris im November 2015 und aktuell in Brüssel, gepaart mit dem Wachsen von nationalistischen und rechtsradikalen Kräften in allen (!) europäischen Ländern ergibt eine gefährliche explosive Mischung. Hinzu kommt der Krieg in Syrien sowie zwischen Jemen und Saudi-Arabien. Wie sagte letztens jemand zu mir: Die Friedensdividende ist ausgezahlt.

Und ökonomisch? Hier wird der Trend zur digitalen Disruption immer schneller und heftiger. Die Finanzinstitute (Banken, aber auch Versicherungen) sind vermutlich die nächsten auf der Liste (und was ist mit den Unternehmensberatungen?). Hinzu kommen die sehr „gemischten“ Signale aus China mit einer gesamtstaatlichen Verschuldung von über 250% und einem Staatsdefizit von 8%. Und die Amerikaner wollen auf Grund des unsicheren Ausblicks (und des vermeintlich fehlenden Anziehens der Inflation) ihre Leitzinsen nicht erhöhen und schaffen dadurch genau das Gegenteil, nämlich noch mehr Unsicherheit.

Aber genug des Schwarzsehens. Der Wille und die Innovationskraft der Menschen haben bisher alle Herausforderungen gemeistert, die Welt wird nicht untergehen ;)

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen frohe Ostern, genießen Sie das Osterfest, nutzen Sie die Tage zur besinnlichen Einkehr und kehren Sie zumindest etwas entspannter nach den Feiertagen zurück.

Bis bald

Ihr

Ingo Weber